Portfolio-Risikocontrolling

PPM-Risikocontrolling

 

Risikocontrolling

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Auf der Ebene des Projektportfolios sind bei der ersten Risikoanalyse zum Zeitpunkt des Projektstarts folgende zwei Fragen zu klären: Was sind die unternehmerischen Risiken, wenn dieses Projekt nicht realisiert wird? Wie werden die Unternehmensrisiken beeinflusst, wenn das Projekt realisiert wird? Während der Projektlaufzeit müssen die Projektabwicklungsrisiken dauernd überwacht und bei Bedarf Massnahmen definiert und angeordnet werden.

Die Ziele des PPM-Risikocontrollings sind:

  • Sicherstellen, dass beim Projektstart die Risiken, die die Unternehmensrisiken beeinflussen, sowie die Abwicklungsrisiken transparent sind.
  • Während der Projektlaufzeit durch permanente Überwachung dafür sorgen, dass die Projektabwicklungsrisiken und die eingeleiteten Massnahmen transparent sind.
  • Massnahmen zur Risikominderung einleiten und anordnen.


Hauptaufgaben des Projektportfolio-Risikocontrollings:

Nr. Schritt Inhalt
01 Chancen/Risiken beurteilen Anhand der Projektinformationen aus Antrag, Auftrag, Business-Case und Masterplan beurteilt das PPM, welche Risiken für das Unternehmen entstehen, wenn das Projekt realisiert wird, und welche Chancen sich aus der Investition respektive dem umgesetzten Projekt ergeben. Diese Bewertung führt zu einem No-go, wenn die Risiken grösser sind als die Chancen.
02 Einfluss auf Unternehmens-Risiken analysieren Im Rahmen des internen Kontrollsystems des Unternehmens (IKS) werden die einzelnen Projektanträge und -aufträge geprüft und beur-teilt, ob die Unternehmensrisiken vom Projektergebnis positiv oder negativ beeinflusst werden.
03 Abwicklungs-Risiken beurteilen Wird das Projekt auf der strategischen/taktischen Ebene freigegeben, erfolgt mittels dem „First Cut Risk Analysis“-Instrument eine Erstbeurteilung der möglichen Risiken bei der Projektabwicklung. Neben dem Auswirkungsgrad (AW) und der Eintrittswahrscheinlichkeit (EW) müs¬sen auch die Notwendigkeit einer Änderung (N) sowie der risikominimierende Aufwand (A) bewertet werden. Der Zusatzaufwand für die Massnahmen der Risikominderung muss in die Wirtschaftlichkeitsberechnung des Projekts einfliessen. Die „First Cut Risk Analysis“ basiert auf einem projektartenspezifischen Standard-Risiko-Katalog.
04 Projekt-Risiken überwachen Basierend auf den Risikoreports oder den Projektstatusberichten der Projektleiter, werden auf der Portfolioebene die relevanten Risiken aller Projekte laufend vom PPC überwacht. Dabei wird einerseits der Verlauf der Risiken kontrolliert, andererseits wird die aktuelle Lage im und um das einzelne Projekt hinsichtlich neuer Bedrohungen respektive neu entstandener Risiken geprüft.
05 Massnahmen definieren Der PPC analysiert periodisch die Risiken und die eingeleiteten Massnahmen des Projekts im Kontext zu den Risiken der übrigen Projekte. Das heisst, Gruppierungen von gleich gelagerten Risiken oder bestehende Kausalitäten zu Risiken von anderen Projekten zu erkennen und dem Management entsprechende Massnahmen vorzuschlagen.
06 Lessons Learned erfassen Das Risikomanagement auf der Portfolioebene dient abschliessend der Weiterentwicklung des PM-Systems. Daher müssen nach grösseren Projekten oder periodisch die Risiken der Projekte auf mögliche Lernwerte analysiert werden. Der Output fliesst in den PM-System-Verbesserungsprozess.