Entscheidungstabelle

Kurzbeschreibung

Die Entscheidungstabelle ist ein tabellarisches Beschreibungsmittel für formalisierbare Entscheidungsprozesse. Darin werden Voraussetzungen (Bedingungen) und Massnahmen (Aktionen) in standardisierter tabellarischer Form dargestellt. Die Tabellenwerte der Entscheidungstabelle sind nicht Daten, sondern auszuführende Aktionen und Funktionen.

Der Entstehungsprozess einer Entscheidungssituation besteht aus fünf Schritten (V, B, A, V, E):

  • V: Voraussetzungen geben den Zustand vor der Entscheidung an
  • B: Bedingungen legen fest, welche Faktoren für Aktionen wesentlich sind
  • A: Aktionen legen fest, welche Aktivitäten es gibt
  • V: Vorschriften geben die gültigen Regeln B->A an
  • E: Ergebnisse beschreiben den Zustand nach Ausführung von Aktionen

Grundsätzliches zu Entscheidungstabellen

  • Eine Entscheidungstabelle enthält Redundanzen, wenn speziellere Bedingungen zu gleichen Aktionen führen
  • Eine Entscheidungstabelle enthält Widersprüche, wenn gleiche Bedingungen zu verschiedenen Aktionen führen
  • Vorteile beim Entwurf von Programmen, die Probleme mit Zustandsmodellierungen behandeln

Anwendungsbereich

Die Entscheidungstabelle dient der allgemeinen Problemlösung und hilft logische Zusammenhänge systematisch zu formulieren und zu überprüfen.

Stärken

  • Kann einfach auf Redundanz, Widerspruchsfreiheit und Vollständigkeit geprüft werden
  • Festgelegte Aktion beim Eintreffen von definierten Bedingungen

Schwächen

  • Zwingen nicht zur Strukturierung eines Ablaufes (Varianten können beliebig gemischt sein)
  • Können widersprüchlich sein (verschiedene Aktionen für gleiche Konstellationen)
  • Können unvollständig sein (nicht alle Konstellationen sind in der Tabelle vorhanden)
  • Komplexe Tabellen (mit vielen Varianten und Aktionen) sind unübersichtlich