Nutzwert-Analyse

Kurzbeschreibung

In der Nutzwertanalyse wird ein vergleichbares Beurteilungsmass – ein Punktwert – für alle bewerteten Varianten ermittelt. Dieser Punktwert ist eine kompakte Kennzahl für die Vorteilhaftigkeit – den Nutzen – einer Variante im Vergleich zu allen anderen Varianten. Es wird an alle Varianten die gleichen gewichteten Ziele gelegt, für deren Erreichung zwischen null und maximal 10 Punkte vergeben werden. Aus der Multiplikation der Gewichte mit den Punkten und der anschliessenden Addition dieser Produkte ergibt sich der Nutzwert. Mit der Sensitivitätsanalyse kann nach der Erstellung ermittelt werden, wie stabil oder empfindlich ein Bewertungsergebnis auf veränderte Annahmen (Ziele, Gewichte, Punkte) reagiert, in dem man das stärkste Element schwächt und schaut ob der Sieger nach der Schwächung immer noch der Sieger ist.

 

Ablauf
1. Sammeln aller Verwertungskriterien (Muss-/Soll-Ziele) -> Eintragung in Zeilen
2. Sammeln der Entscheidungskriterien (was zählt? Wiegt wie viel? Ist wie wichtig?)
Achtung! Wenn ein Muss-Ziel nicht erfüllt ist, entfällt die Variante! Gewichtungsfaktor in Spalte eintragen
3. Informationsbeschaffung über Lösungsmöglichkeiten (z.B. Pflichtenheft erstellen, Offerten einholen, etc.)
4. Sammeln von Entscheidungsalternativen (zuerst grob, dann im Detail) -> Eintragung in Spalten
5. Eigennutzen ermitteln, indem pro Variante und für jedes Bewertungskriterium ein Nutzwert festgelegt wird (z.B: Skala von 0 – 100 Punkte oder %-Werte) und pro Zeile eine Variante eintragen
6. Multiplikation des Eigennutzens mit dem Gewichtsfaktor
7. Bestimmen des gesamten Nutzens pro Variante durch Addition der gewichteten Eigennutzen
8. Klassierung der Varianten gemäss Nutzwert: Höchster Wert = Rang 1 usw.

Anwendungsbereich

Der Anwendungsbereich liegt in der Machbarkeitsabklärung, der Bewertung von konzeptionellen Varianten bzw. Alternativen sowie in der Bewertung verschiedener Teillösungen

Stärken

  • Universelle Anwendbarkeit bei Bewertungen 
  • Ein Ergebnis in Form von Zahlen
  • Mehrseitige Orientierung
  • Direkte Vergleichbarkeit von Handlungsalternativen

Schwächen

  • Methodische Prämissen werden häufig nicht hinreichend eingehalten
  • Oft unzulässige Interpretationen auch kleiner Zahlendifferenzen
  • Ohne Einbeziehung der Kosten nicht aussagekräftig (Kosten-Nutzen-Analyse).
  • Subjektivität der Zielgewichtung
  • Quantitative Betrachtungsweise suggeriert eine nicht gegebene Objektivität des Vergleichs
  • Keine Berücksichtigung situativer Parameter