SEUSAG-Analyse

Kurzbeschreibung

Die Technik SEUSAG erlaubt die systematische und strukturierte Zerlegung und Darstellung eines Systems in beherrschbare Teile nach dem Gedanken des Systemdenkens. Die Anwendung dieser Technik hat zum Ziel, am Ende einen klar abgegrenzten, dargestellten und beschriebenen Problemkreis vorliegen zu haben respektive das Definieren der „Scope“. Die Technik SEUSAG beinhaltet die Bestandteile des Systemdenkens, welches sich mit der Ein-/Abgrenzung und Darstellung eines Problembereichs beschäftigt. SEUSAG besteht aus folgenden Schritten:

  • Systemgrenzen festlegen
  • Einflussgrössen ermitteln
  • Unter-/Teilsysteme definieren
  • Schnittstellen ermitteln
  • Analysieren
  • Gemeinsamkeiten feststellen

Beim Bestimmen der Systemgrenzen soll der Problembereich nach aussen abgegrenzt werden. Das heisst, es soll klar aufgezeigt werden, was zum Problembereich (d.h. zum System) gehört und was nicht. Für die Ermittlung der Systemgrenzen empfiehlt sich die grafische Darstellung. Dabei sollen alle wichtigen Punkte in je einem Kreis dargestellt werden. Diejenigen Punkte, die zum eigentlichen Problemkreis gehören, werden in einem weiteren Kreis bzw. Rechteck (=Systemgrenze) zusammengefasst – alle anderen Punkte, die zwar in Verbindung zum Problemkreis stehen, aber nicht unmittelbar dazu gehören, sind ausserhalb der Systemgrenze zu zeichnen (=Umsysteme).

Bei der Ermittlung der Einflussgrössen werden die unveränderbaren Vorgaben eines Systems ermittelt. Es kann sich hierbei um Restriktionen wie bestehende interne Weisungen oder Gesetze handeln oder um Rahmenbedingungen wie eingeschränkte Verfügbarkeit von geeigneten Mitarbeitern. 

Bei der Ermittlung von Unter-/Teilsystemen geht es um die (innere) Aufteilung eines Systems in einzelne Teilbereiche. Damit soll die Komplexität reduziert und der zuvor nach aussen abgegrenzte Problembereich transparent gemacht werden. Hierfür wird das System weiter in sogenannte Untersysteme aufgegliedert. Beispielsweise kann eine zuvor abgegrenzte Buchhaltungsabteilung nun noch in die Debitoren-, Kreditoren- und Finanzbuchhaltungsabteilung unterteilt werden. Unter einem Teilsystem wird eine sich über mehrere Untersysteme erstreckende Komponente verstanden, z.B. ein Kommunikationssystem (E-mail) oder das Berechtigungssystem.

Bei der Ermittlung der Schnittstellen werden die Beziehungen einerseits zwischen den einzelnen Unter-/Teilsystemen ermittelt und andererseits zwischen dem Untersystem (Debitoren) und Umsystemen (Bank). Damit wird sichergestellt, dass bei späteren Veränderungen der Unter-/Teilsysteme diese immer noch zusammenpassen. 

Bei der Analyse erfolgt die Untersuchung der Funktionsweise der einzelnen Unter-/Teilsysteme (White-Box-Verfahren) im Detail. Hier können konkrete Analysefragen gestellt werden (Aufgaben, Sachmittel, Aufgabenfragen, Information, Raum, Zeit, Menge etc.). 

Bei der Ermittlung von Gemeinsamkeiten wird untersucht, ob Unter-/Teilsysteme existieren, welche dieselben Sachmittel, Informationen und Informationsträger benötigen. Zum Beispiel sollte sich eine Debitoren- und Kreditorenbuchhaltung einen zentralen Adressstamm teilen, da ein Kreditor grundsätzlich auch ein Debitor sein kann. Aufgrund der Ermittlung von Gemeinsamkeiten kann die redundante Entwicklung von Problemlösungen verhindert werden.

Anwendungsbereich

Die Technik SEUSAG wird im Problemabgrenzungs-Prozess angewendet. Dieser wiederum wird in allen Phasen eines Projektes eingesetzt, jedoch mit Schwergewicht auf die ersten, konzeptionellen Phasen Initialisierung und Konzeption.

Stärken

  • Da keine umfangreiche Notation (Zeichnungskonvention) angewendet wird, ist die Darstellung auch für ungeübte schnell und einfach zu verstehen
  • Die grafische Darstellung von komplexen Systemen mittels der Technik SEUSAG bringt den Vorteil, dass gedanklich mit Bildern gearbeitet wird, was zu einer steigenden Klarheit über den Systemumfang führt

Schwächen

  • Um die Technik SEUSAG effizient durchzuführen, ist Übung notwendig
  • Sind die darzustellenden Systeme zu komplex, leidet die Übersichtlichkeit
  • Die Verbindung zu sogenannten Engineering-Tools ist suboptimal