Netzplan MPM

Kurzbeschreibung

Die Metra-Potenzial-Methode (MPM) ist eine Netzplantechnik. Eine Methode der Grafentheorie zur Berechnung von Netzplänen, die 1958 von der international zusammengesetzten, aber französisch dominierten Unternehmensgruppe „Metra“ entwickelt wurde. Sie wurde erstmals beim Bau des Kreuzfahrtschiffs Le France eingesetzt und danach auch beim Bau von Atomkraftwerken. Die MPM gehört in die Kategorie der Vorgangsknotenmethode.

Die Metra-Potenzial-Methode (MPM) ist eine Netzplantechnik. Eine Methode der Grafentheorie zur Berechnung von Netzplänen, die 1958 von der international zusammengesetzten, aber französisch dominierten Unternehmensgruppe „Metra“ entwickelt wurde. Sie wurde erstmals beim Bau des Kreuzfahrtschiffs Le France eingesetzt und danach auch beim Bau von Atomkraftwerken. Die MPM gehört in die Kategorie der Vorgangsknotenmethode.

Bei MPM (Metra-Potential-Methode) werden in einem Vorgangsknoten-Netz die Tätigkeiten bzw. Vorgänge als Kästen dargestellt, die Verbindungspfeile symbolisieren die Anordnungsbeziehungen zwischen diesen Vorgängen. Den Vorgangskasten, welche mit einer Vorgangsnummer eindeutig identifizierbar sind, können Angaben zu Vorgangsdauer, früheste und späteste Anfangs- und Endzeitpunkte sowie Gesamtpufferzeit entnommen werden.

Grundlegend für die Erstellung des MPM-Netzplans ist weiter zu beachten, dass jeder Pfeil von einem Knoten ausgehen und in einem anderen Knoten münden muss, dass zwei Knoten nur durch einen einzigen Pfeil unmittelbar miteinander verbunden sein dürfen, dass der ganze Netzplan nur einen einzigen Anfangsknoten und einen einzigen Endknoten aufweisen darf, dass die räumliche Lage eines Knotens im Strukturplan keinen Aussagewert hat und der Netzplan keine Schleifen oder Zyklen haben darf.

Planungsgegenstand eines MPM-Netzplans kann entweder ein gesamtes Projekt oder auch nur gewisse Projektphasen sein. Ein Netzplan kann als grobe oder als detaillierte Ablauf- und Terminplanungsmethode eingesetzt werden. Für ein Gesamtprojekt ist ein grober Netzplan ausreichend und für einzelne Projektphasen können detaillierte Netzpläne erstellt werden.

Für die Erstellung von Netzplänen gilt Folgendes: Der Vorgang muss ohne Unterbrechung durchgeführt werden und der Ressourceneinsatz erfolgt in gleichbleibenden Mengen je Zeiteinheit.

Die Richtung der Netzplangrafik sollte wegen der leichteren Visualisierung von links nach rechts laufen und die Abhängigkeiten der Vorgänge sind auf Grund technologischer und nicht ressourcenmässiger Beziehungen zu treffen. Frühere Netzpläne können bei der Erstellung des Netzplans behilflich sein und dienen der Orientierungshilfe.

Als nächstes muss die Dauer der Vorgänge geschätzt bzw. gemessen werden. Jeder Vorgang hat im zeitlichen Ablauf Extremtermine, einen frühest (möglichen) Anfangszeitpunkt und spätest (erlaubten) Endzeitpunkt. Die Berechnung der Termine der Vorgänge erfolgt durch eine zum Einsatz kommende Projektmanagementsoftware, doch grundsätzlich ist die Berechnung auch manuell möglich. Das Errechnen der Zeitpunkte erfolgt grundsätzlich in zwei Schritten.

  • Zunächst erfolgt eine Vorwärtsrechnung, bei der, ausgehend vom Startpunkt des Netzplans, immer der nächstfolgende frühestmögliche Starttermin eines Vorgangs errechnet wird.
  • Bei der Rückwärtsrechnung wird umgekehrt vorgegangen. Dadurch ergeben sich die spätest möglichen Endtermine eines Vorgangs.

Besitzt einer der Vorgänge eine Pufferzeit, so kann zwischen einem spätest möglichen Anfangstermin und einem frühest möglichen Endtermin unterschieden werden. Sind bei einem Vorgang die frühest möglichen und spätest erlaubten Zeiten gleich, so ist das ein kritischer Vorgang.

Anwendungsbereich

Im Gegensatz zum Balkendiagramm und zum Einsatzmittelplan sind in ihm die Zusammenhänge der Vorgänge und Ereignisse sowie die Dauer, frühester- und spätester -Vorgangsstart und Endzeitpunkt in einem Plan vereint. Bei sehr grossen Projekten können die Vorteile dieser Technik am besten genutzt werden.

Stärken

  • Viele Software-Tools unterstützen diese Darstellung
  • Einfacher lesbar als der CPM-Netzplan
  • Zeigt eine verständliche, anschauliche und aussagekräftige Darstellung des gesamten Projektablaufs auf

Schwächen

  • Nicht alle können den Netzplan lesen respektive mit den Pufferzeiten arbeiten
  • Bei einem sehr grossen Projekt kann die Pflege und Kontrolle des Netzplans beträchtlich sein